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Urlaub statt Knast – Interview mit Jörg W. Ziegenspeck, Professor für Erlebnispädagogik - Ausland, Boot Camp, Erlebnispädagogik, Erziehung, Erziehungscamp, Jugendarbeit, Outdoor Therapie, Teenager, Turn-About Ranch, Ziegenspeck - onLINE Seilgarten | News| Hochseilgarten, Niedrigseilgarten, Outdoor-Teamtraining und Erlebnispädagogik
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    Urlaub statt Knast – Interview mit Jörg W. Ziegenspeck, Professor für Erlebnispädagogik

    Von Andreas Dudda | 28.Februar 2009

    Teenager außer Kontrolle: Seit gestern schickt RTL wieder Jugendliche in den Wilden Westen, damit sie ihr Leben auf die Reihe bekommen. DerWesten sprach mit Jörg Ziegenspeck, Professor für Erziehungswissenschaft und Erlebnispädagogik am Institut für Erlebnispädagogik in Lüneburg, darüber, warum “Urlaub statt Knast” für einige Jugendliche die letzte Chance ist.

    Sechs Jugendliche werden in der Sendung “Teenager außer Kontrolle” in den Wilden Westen der USA geschickt, um mittels der “Gestalttherapie” zu lernen, mit ihren Aggressionen umzugehen. Zunächst einmal generell: Wann ist eine solche intensivpädagogische Maßnahme sinnvoll?

    Jörg W. Ziegenspeck: Um diese Frage zu beantworten, muss man sich zunächst die Historie der Jugendarbeit anschauen. Die Sozialpädagogik musste mit ihren Konzepten oft schmerzliche Erfahrungen sammeln. Sie wollte neuen Problemen mit alten Methoden begegnen. Es gelang nicht, schwierige Jugendliche aus ihrer Szene zu lösen – außer durch die geschlossene Unterbringung. In dem Maße, wie die Sozialpädagogik konzeptionell an ihre Grenzen stieß, wurde die Suche nach Alternativen notwendig. Das war vor etwa 25 Jahren der Fall und markiert den Zeitpunkt, wo der Erlebnispädagogik starke Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

    Projekte im Ausland sind für extrem schwierige Jugendliche sinnvoll, weil sie sich in einem sozial isolierten Raum ihren Problemen stellen müssen. Auf einem Schiff zum Beispiel kann der Jugendliche nicht weglaufen. Und er merkt, dass er – und die ganze Gruppe – nicht zur nächsten Insel kommt, wenn er keinen Bock hat. Er lernt dort also durch die gemeinsame Sache, durch den Ernstcharakter der Unternehmung und nicht durch den erhobenen Zeigefinger eines Pädagogen.

    Urlaub statt Knast

    Auslandsmaßnahmen stehen oft in der Kritik, Stichwort “Urlaub statt Knast”. Warum?

    Ziegenspeck: Weil dort, wo Geld zu verdienen ist, auch Schindluder getrieben wird. Gerade in der Anfangsphase der Erlebnispädagogik konnte man mit solchen Projekten eine Menge Geld verdienen. Jugendämter mussten extrem schwierige Jugendliche unterbringen und waren entsprechend bereit, viel Geld für eine Maßnahme zu zahlen. Dabei spielte eine Rolle, für die Schwierigsten der Schwierigen einen “Tapetenwechsel” zu ermöglichen – je weiter weg, desto besser. Doch das Ausland ist nur ein dann gutes Konzept, wenn es ein pädagogisch begründetes Argument bleibt. Wenn Jugendliche also in Lappland überwintern, mit den Beduinen durch die Wüste ziehen oder – wie ein Jugendlicher es gemacht hat – mit seinem Betreuer von Marokko nach Regensburg mit dem Fahrrad gefahren ist, dann kann das erzieherisch sehr sinnvoll sein.

    Es geht darum, andere Kulturen kennen zu lernen, in denen man zunächst ein Fremder ist. Und es geht darum, in anderen Landschaften zurecht zu kommen, die man nicht kennt. Nur dann ist ein Auslandaufenthalt ein pädagogisches Argument, wenn Land und Leute als Herausforderung zur Selbstreflexion begriffen werden. Es gibt viele Camps auf der Welt, die erlebnispädagogische Maßnahmen anbieten. Aber die gibt es auch in Deutschland, dafür muss ich den Jugendlichen nicht nach Spanien schicken.

    Sie kritisieren, dass es an einheitlichen Standards mangelt…

    Ziegenspeck: … ich kritisiere vor allem, dass die Kontrolle fehlt. Die Maßnahmen im Ausland passieren im rechtsfreien Raum, eine Heimaufsicht über die deutschen Grenzen hinaus gibt es nicht.

    Sendung ist problematisch

    Und was halten Sie von der Sendung “Teenager außer Kontrolle”?

    Ziegenspeck: Ich habe die Sendung noch nie gesehen, kann mir aber vorstellen, dass ein Bild entworfen wird, das nicht der Realität entspricht. Medienwirksamkeit hat meistens nichts zu tun mit der Wirklichkeit. Und die Wirklichkeit von schwierigen Kindern und Jugendlichen “ins Bild” zu rücken, dürfte sehr problematisch sein.

    Welchen Werdegang haben Jugendliche hinter sich, wenn Sie in einer solchen Maßnahme landen. Ist es oft die “letzte Chance”?

    Ziegenspeck: Für die Jugendlichen ist das oftmals die “Endstation” vor dem Erreichen des 18. Lebensjahres. Die sozialpädagogische Intensivbetreuung kommt in der Regel nur für Jugendliche in Frage, die alle anderen Angebote bereits durchlaufen beziehungsweise hinter sich haben. Oft haben sie gar keine Wahl mehr, weil sonst der Jugendknast droht.

    Zurück in die alte Clique

    Gibt es Zahlen darüber, wie viele Jugendliche jährlich an solchen Maßnahmen im Ausland teilnehmen?

    Professor Jörg W. Ziegenspeck. (Foto: privat) ()

    Professor Jörg W. Ziegenspeck. (Foto: privat)

    Ziegenspeck: Schätzungsweise befinden sich derzeit etwa 600 Jugendliche in einer intensivpädagogischen Maßnahme im Ausland. Nur wenige Einrichtungen im Ausland arbeiten noch unter erlebnispädagogischen Gesichtspunkten. Das meiste, was dort passiert, ist eher normale Heimerziehung im Ausland. Genaue Zahlen gibt es nicht, weil die einzelnen Jugendämter der Städte und Gemeinden zuständig sind, untereinander wenig vernetzt sind und genaue Statistiken fehlen.

    Fallen die Jugendlichen nicht sofort wieder in ihre alten Muster zurück, wenn sie wieder in ihrer gewohnten Umgebung sind?

    Ziegenspeck: Um das zu verhindern, ist die Vor- und Nachbetreuung so ungeheuer wichtig. Und zwar durch die selben Pädagogen, die auch die Maßnahme im Ausland betreuen. Das heißt, dass man den Jugendlichen etwa dabei unterstützt, den Schulabschluss nachzuholen. Erfolgreich ist so eine Maßnahme immer, wenn sich ernsthafte Menschen mit Engagement um schwierige Kinder kümmern. Die persönliche Bindung zwischen dem Pädagogen und seinem Klienten ist der Dreh- und Angelpunkt. Wenn das nicht gegeben ist, ist die Gefahr groß, dass der Jugendliche zurück in seine alte Clique geht. Kinder und Jugendliche brauchen hilfreiche, sorgende und kritische Begleitung – das weiß jeder, der das Glück hatte in einer einigermaßen intakten Familie aufwachsen zu dürfen. Das wird um so wichtiger für Jugendliche, die ohne emotionsstarkes Netz aufwachsen. Bindung und aufmerksame Begleitung sind die entscheidenden erzieherischen Termini.

    via: http://www.derwesten.de/nachrichten/nachrichten/panorama/2009/2/26/news-112743859/detail.html#trackbacks

    Jörg W. Ziegenspeck (67) ist Professor für Erziehungswissenschaft und Erlebnispädagogik am Institut für Erlebnispädagogik in Lüneburg und forscht seit über 25 Jahren über das Thema. Als Leiter eines zweijährigen Forschungsprojekts hat er mit seinem Team knapp 60 Einrichtungen im Ausland untersucht, so dass nun eine erste wissenschaftliche Studie zur Qualität von erlebnispädagogischen Maßnahmen im Ausland vorliegt. Die Forschungsergebnisse erscheinen in einer Woche unter dem Titel “Betreuungsreport Ausland” in der Edition Erlebnispädagogik.
    Interessant sind übrigens auch die zahlreichen, meist heftigen Kommentare zu diesem Artikel.

    Weitere interessante Links zum Thema:

    No Boot Camp


    US-Erziehungscamps: NEIN DANKE

    Seit den 80er Jahren gibt es in den USA rund 50 Bootcamps. Bei den so genannten “Umerziehungslagern” handelt es sich um die härteste Form des amerikanischen Strafvollzugs. Für die Insassen bedeutet ein Aufenthalt im Bootcamp vier Monate Demütigungen, militärischer Drill und Schikanen im Tausch gegen jahrelange Haftstrafen.

    Kritisiert werden die Einrichtungen unter anderem von Menschenrechtsorganisationen, da sie im paramilitärischen Stil geführt werden und darauf abzielen den Willen der Jugendlichen zu brechen. Viele Insassen erleiden Zusammenbrüche, die seelischen Langzeitfolgen eines solchen Martyriums sind fatal. Wer das Lager übersteht, dessen Vorstrafen werden gelöscht. Wer den seelischen Druck und die Demütigungen hingegen nicht erträgt, muss wieder zurück ins Gefängnis

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    News-Kategorie(n): Dokus und News | 2 Kommentare »

    2 Kommentare zu “Urlaub statt Knast – Interview mit Jörg W. Ziegenspeck, Professor für Erlebnispädagogik”

    1. A. Fröhn meint:
      13.Oktober 2011 um 09:08

      Wer andere Menschen in der U-Bahn-Station zusammentritt, bis Opfer (Menschen)ins Koma fallen oder an Folge von inneren Verletzungen sterben, heult doch bestimmt nicht im Boot-Camp?!
      Nein, eine dermaßen “harte Kampfsau” (Bundeswehr-Slang) steigt doch bestimmt sogar noch lieber mit dem Fallschirm und G36 über Kabul aus…support our troops!
      LOL (*sarkasm* out)
      Deutschland versaute mit seinen steten Wechseln von faschistischen (1933-1945) und antiautoritären (ab 1968), pseudo-demokratischen (80er+ Jahre) bis hin zu pseudoliberal-sozialistischen (nach Mauerfall und besonders seit Ära Schröder) Erziehungsexperimenten an seinen Kindern und Jugendlichen ganze Generationen.
      Die USA haben zwar erziehungstechnisch bisher nicht minder Mist als die BRD gebaut, aber BootCamps für unbelehrbare (Gewalt- und Wiederholungs-) Straftäter?
      Good job – yo, man!
      LOL (*sarkasm* out)
      Zuhören, Angie -
      möge dies der (deiner) selbsternannten Heimat der europäischen Leitkultur zum nützlichen Beispiel gereichen.
      ROFL (*sarkasm* out)

    2. Sibylle Vespermann meint:
      10.April 2013 um 10:31

      Boot Camps – nein Danke! Ich bin absolut davon überzeugt, daß Gewalt immer nur wieder Gewalt erzeugt.Doch ich bin auch nicht dafür, daß Jugendliche für ihre Taten auch noch belohnt werden , indem sie für Monate Urlaub irgendwo auf der Welt machen dürfen. Was mich persönlich ärgert sind die Summen , welche dafür ausgegeben werden, denn dafür muß an anderer Stelle gespart werden. Z.B. bei der Behandlung von Schmerzpatienten. Es gibt viele Krankheiten, bei denen ein Aufenthalt im Ausland unglaubliche Erfolge erzielen könnten. Doch meist werden diese Patienten für Simulanten oder Sozialschmarotzer gehalten.Menschen die bis zu ihrer Erkrankung ordentliche, arbeitende Mitglieder der Gesellschaft waren! Oft enden sie als hartz4 Empfänger und sind damit doppelt gestraft.Vielleicht sollten diese Jugendlichen dort arbeiten , wo sie mit chronischen Schmerzpatienten zusammenkommen,denn diese können oft nicht einmal mehr ihren Alltag bewältigen. hier gibts einiges zu lesen über chronische Schmerzen und wie man helfen könnte. Ganz sicher jedoch nicht mit Gewalt. Weder den einen noch den anderen!
      Sibylle Vespermann

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